It ain't over til it's over...
Plötzlich ist alles anders. Der Tunnelblick der letzten Wochen zerbröselt. Das Ziel ist erreicht, und doch vermagst Du es noch gar nicht recht zu fassen. Das anvisierte Glücksbesäufnis fällt wegen fiebriger Bronchitis auf Tage flach, und doch warst Du selten glücklicher krank. Auch wenn die nähere Zukunft immer noch eine ungeformte Nebelwolke ist und leise Sorgen sich mit Ahnungslosigkeit und viel zu vielfältigen Ideen paaren, jetzt herrscht erst einmal die Freude. Und doch ist es immer noch befremdlich. Die Absolventenverabschiedung, auf denen Du seit Jahren immer wieder Sekt ausgeschenkt und den Alumni gratuliert hast - plötzlich stehst Du selbst auf der Liste, wirst selbst nach vorne geladen, bekommst die goldstrahlende Gerbera und den professoralen Händedruck, Schlipse glitzern, Abendkleider funkeln, während draußen in der Baracke der Politikfachschaft vegane Hardcore-Fans sich um Kopf und Kragen moshen; Professoren tummeln sich, stoßen mit Sektgläsern an - zum ersten Mal ohne Bewertungshintergrund. Es wird wahrscheinlich noch lange dauern, bis es wirklich im Hirn angekommen ist. Doch was bis jetzt angekommen ist, fühlt sich gut an.Labels: Finale






