Sonntag, September 12, 2004

Hilfe, der Herdman kommt!

Ist es erstaunlich, wie unbeweglich fünfhundert Jahre alte Marmorstatuen sind? Vielleicht. Die Statue des David zum Beispiel, Meisterwerk von Michelangelo - seit der Renaissance gilt sie als Sinnbild für körperliche Perfektion. Aber seitdem hat der in Stein gemeißelte Zwillenschießer und Goliath-Besieger sich auch nicht mehr aus eigener Kraft bewegt. Und warum?

Scheinbar durchtrainiert ist er ja, muskelbepackt auch. Doch jetzt schallt es aus England: "David ist ein körperliches Wrack!"

Ach...

Denn "seit etwa fünfhundert Jahren zeigt David schwere Haltungsschäden, die zwangsläufig Rückenschmerzen verursachen und die Kniegelenke schädigen müssen", sagt Alan Herdman, ein wenig weihnachtlicher Haltungs- und Bewegungstrainer aus England.

David steht nicht gerade, lehnt sich stark zur Seite und überbelastet damit die rechte Hüfte. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. "Versuchen Sie sich im Badezimmer mal so hinzustellen, und dann prüfen Sie mal, wie sich das anfühlt. Gar nicht gut", unkt Herdman im Interview mit der "Times". Er verweist unter anderem auf Davids Hammerzehen und die schwächer entwickelte rechte Gesäßmuskulatur. Beides sei eine direkte Folge seiner dauerhaften Fehlhaltung. Herdmans Fazit: «David hat die Flexibilität einer 500 Jahre alten Marmorstatue.»

Andererseits - so unbeweglich David haltungsschief auch auf seinem Podest steht... noch bleibt offen, wie beweglich der haltungsperfekte Herdman selbst in 500 Jahren sein wird.

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