Montag, April 18, 2005

Die Signifikanz von Signifikantem und Signifikat, ganz zu schweigen von dessen materiellem Substrat

Das Tolle an Wissenschaftlern ist: Sie haben schlaue Gedanken, und sie schaffen es, dass jeder sofort versteht, was sie meinen. Prof. Dr. Bernhard Greiner ist so einer. In seinem Aufsatz über "Kleist und Kant" heißt es zum Beispiel:

"Wenn aber der Abbruch des Bildes, der Abbruch des Anspruchs, vom erfahrbaren Sinnlichen zur Idee zu gelangen, die Unterscheidung von Signitfikantem und Signifikat einzuziehen, die Materialität des Bildes aufdrängt, so ist die bekannte Verschiebung nahe, die gesuchte Einheit von Signifikantem und Signifikat zu materialisieren, d.h. hinüberzuspielen zur Einheit von Signifikantem und materiellem Substrat des Signifikats. [...] Der Akt der Symbolisierung, der die Welt der Erscheinung als sinnhaft durchdrungen erweisen soll, erscheint bei Kleist zutiefst ambivalent, hält euphorische Erhebung und völlige Vernichtung zugleich bereit, weil er das Gesuchte, die Einheit von Wirklichkeit und Idee, von Erscheinung und Sinn, von Signifikantem und Signifikat nur noch verschoben, in 'materialistischer Wende', als Einheit von Signifikantem und materiellem Substrat des Signifikats vorzustellen vermag".

Verblüffend einleuchtend. Ein sehr signifikanter Text.

3 Wortmeldung(en):

Anonymous Soljanka meint...

seichte sprache, beinahe erzählende schreibweise, anspruchsloser stil, wie kann man kant nur so stümperhaft...
wenn du erklärungen brauchst, frag mich

18/4/05 12:08

 
Blogger Oles wirre Welt meint...

Erstaunlich ist, wie kurz der Text wird, wenn man um Signifikantes und Signifikate kürzt.

18/4/05 12:16

 
Blogger viktorhaase meint...

quasi ein gedicht. ein schönes fanal gegen die geiz ist geil, und ich bin doch nicht blöd vorlesungen seiner kollegen.

19/4/05 08:43

 

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